Marke und
Sprache

Sprache ist in der Kommunikation allgegenwärtig. Und trotzdem wird sie noch heute erstaunlich selten für die Marken­kommuni­kation genutzt. Das liegt daran, dass viele in der Sprache nur Informations­vermittlung sehen: Eigenschaften, Vorteile, Besonder­heiten von Produkten und Services, vielleicht noch ein wenig Marken­haltung. Aber genau da fängt es an: Haltung wird kaum durch Wort­bedeutungen transportiert, denn Haltung wird im Tonfall, im Stil, in den Nuancen spürbar.

Zur Veranschaulichung:

Wenn eine Marke sich als »nahbar« definiert, dann aber ihr Angebot in distanziert-technoidem Ton beschreibt, dann wird der Marken­wert »nahbar« nicht lebendig – und auch nicht glaubwürdig. Dann bleibt er reine Behauptung.
Ableitung aus den
Markenwerten

Hier kommt die Brand Language – oder Tone of Voice, wie es oft genannt wird – zum Tragen. Was ist das Besondere daran? Wir entwickeln sprach­liche Prinzipien, die semantisch unmittelbar aus dem Marken­kern abgeleitet sind. Das ist notwendig, weil die Marken­werte selbst oft keine sprach­liche Ausrichtung haben.

Nehmen wir z.B. »zukunfts­orientiert«. Was bedeutet das in Sprache? Nun, da gibt es verschie­dene Aspekte, etwa »zeitgemäß«, »modern«, »unkompliziert«, »flexibel«, »jung«, »Web-tauglich«, »unverschnörkelt« usw., die als sprachlicher Ausdruck von »zukunfts­orientiert« dienen können. Diese werden als Cluster zu einem Prinzip zusammen­gefasst. Wie dieses konkret lautet, hängt dann vom Gesamtkonzept ab.

Maßarbeit
statt Automatismus

Daraus kann man bereits sehen, dass es keine fest­gelegten Formeln gibt, um Marken­werte in Sprache zu »übersetzen«. Entscheidend ist, dass die Brand Language nah an der tatsächlichen Kommuni­kation entwickelt wird, sonst bleibt sie etwas Über­gestülptes, Leeres. Und in enger Zusammen­arbeit mit den Fach­verantwort­lichen, die Tag für Tag damit arbeiten. 

Wir analysieren deshalb alle vorhandenen Kanäle sehr genau, machen eine Art linguistische Diagnose und nehmen den Status quo immer als Grundlage für die neue oder erneuerte Brand Language. Deshalb gibt es keine vorgefertigten Gebrauchs­anweisungen. Allerwelts­regeln wie »Klare, kurze Sätze« oder »Konjunktiv vermeiden« mögen zwar durchaus Berechtigung haben, greifen aber für eine konturierte Markensprache viel zu kurz.

Das Ergebnis:
ein wirksamer Begleiter

Die Brand Language ist ein praktischer Leitfaden, der den damit Arbeitenden wichtige Hinweise gibt, wie sich die Marke sprachlich anfühlen soll. Mit konkreten, nachvollziehbaren Beispielen aus der Praxis: Beispiel­formulierungen und recherchierte Don’ts, Differen­zierungen für spezielle Handlungs­felder wie Presse oder Social Media, Nomen­klaturen/Glossare und einem Anhang mit Best-Practice-Beispielen. 

Dies alles kein langes Regelwerk, sondern sehr kompakt, damit es auch gelesen wird, aber vor allem, weil es den Geist der Marke vermitteln soll. Im Übrigen, ganz wichtig: Die Brand-Language-Guideline muss im Ton der Brand Language geschrieben sein.

Echte Synergien

Ein erfreulicher Nebeneffekt stellt sich bei der Arbeit an einer Brand Language regel­mäßig ein: Der Tone of Voice wird nicht nur festgelegt, sondern an anstehenden Maß­nahmen beispiel­gebend ausgeführt. Das kann ein Faltblatt sein, das Betexten einer Website, eine Image­kampagne oder ein über­greifendes Headline-Konzept: Wir implemen­tieren die Marken­sprache oder begleiten andere Agenturen bei der Durch­führung. So entstehen die ersten Best-Practice-Beispiele nicht im luftleeren Raum, sondern unmittelbar dort, wo kommunikativer Bedarf besteht.

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Eine gut durch­dachte Brand Language macht aus jeder Information zugleich eine Marken­botschaft.

Àxel Sanjosé

Zwei Beispiele aus
Brand-Language-Guidelines

Referenzen

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